Behindertensport News

thumb_kwsc_1.jpg02. Juli 2010 Passade bei Kiel, Sonnenschein, 30°C, kein Wind! Ein spiegelglatter See liegt  vor uns.  Meine Freundinnen und ich, sowie unser Trainer vom HSV Rollisport  treffen nach und nach am Vereinshaus vom 1. Kieler Wasserski  Club ein. Wir haben uns zu einem Wasserskicamp für jugendliche Rollstuhlfahrer beim DRS/Gerda Pamler angemeldet und sind  gespannt was uns erwartet. Wie funktioniert so ein „Sitzski“? Finden wir genügend Balance? Kommen wir überhaupt aus dem Wasser oder machen wir nur einen Tauchkurs und geben nach ein paar Fehlstarts verzweifelt auf?

Offizieller Start für das Camp ist am Nachmittag um 15:00 Uhr. Gerda hat diverse Wasserski und Sitzschalen mitgebracht und sucht für uns jeweils das passende Modell aus. Wichtig ist, dass die Sitzschale nicht zu weit ist und ob sie in „vorwärts“ oder „rückwärts“ Position für den jeweiligen Nutzer montiert werden muss. Dann üben wir noch an Land, wie man sich im Ski nach einem Sturz „über Wasser“ hält. Geht ganz einfach, seitlich am Ski festhalten, der Kopf kommt dann  automatisch aus dem Wasser. Anschließend werden Neoprenanzüge und Schwimmwesten anprobiert. Für jeden ist etwas Passendes dabei, natürlich tauschen wir das Material untereinander aus. Dann kann es auch schon losgehen.

thumb_img_8749_1.jpgHelfer und Begleiter hieven mich in den Ski und lassen mich über eine Rampe ins Wasser rutschen. Mir wird eine „Hantel“ in die Hand gedrückt, das ist der Griff mit der Leine zum Boot.  Nun wird es ernst. Ein Starthelfer auf Wasserski unterstützt mich beim Ausrichten im Wasser. Mit dem Kommando „Okay“ fährt das Boot an und zieht uns aus dem Wasser. Wow! Ich fahre plötzlich! Ein irres Gefühl! Jürgen, für mich der beste Starthelfer der Welt, unterstützt mich noch etwas in der ersten Kurve und dann brause ich auch schon allein auf der Geraden Stecke hinter dem Boot her. Es ist soooo schön !!!!!

Den anderen geht es ähnlich. Bereits der erste Versuch mit Starthelfer war für jede von uns ein großer Erfolg. Bei den nächsten Sets werden einige von uns mutiger. Je nach körperlichen Fähigkeiten trauen wir uns allein durch die Kurven zu fahren, erste leichte Slalom Schwünge zu machen oder sogar allein zu starten.

Wir fuhren an dem Wochenende mindestens jeder vier mal zwei Runden über den See. So genannte „Sets“. Übernachtet haben wir in Zelten, die wir auf dem Gelände des Wasserski Clubs aufstellen durften. Außerdem wurden wir toll bewirtet und Ragna hat uns sogar nachts bewacht. Auch auf das Fußballspiel Deutschland : Argentinien mussten wir nicht verzichten. Fleißige Mitglieder vom 1.KWSC sorgten für entsprechende Technik und wir konnten gemeinsam das Spiel auf  Großleinwand sehen. Es war alles in allem ein super gelungenes Wochenende was wir so schnell nicht vergessen werden. An dieser Stelle geht unser Dank an Gerda und den vielen helfenden Mitgliedern vom 1. Kieler Wasserski Club.

Ich habe für mich eine neue Sportart entdeckt. Niemals hätte ich gedacht, dass es mir so viel Spaß macht! Einige Freundinnen und ich werden auf jeden Fall öfter nach Kiel fahren um Wasserski zu laufen. Voranmeldung ist erforderlich, da wir noch fast alle einen Starthelfer benötigen. Der Club hat einen Wasserski mit verstellbarem Sitz im Verleih.  WC und Steg sind rollstuhlgerecht angelegt. Also auf Geht’s!

Weitere Infos findet ihr unter www.1kwsc.de oder www.wasserski-handicap.de
 
Alexandra Tennert

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